|
Eskimo Märchen |
|
Die vorliegenden Märchen stammen von den nördlichsten Bewohnern unserer Erde, den Eskimos oder wie sie sich selbst in der Hauptsache nennen Inuit, was so viel bedeutet wie Menschen. Paul Sock brachte 1921 einen schmalen Band mit dem Titel "Eskimomärchen“ heraus. Bis dahin gab es keine Märchensammlung aus den Gebieten rund um die nördliche Polarkappe in deutscher Übersetzung zu lesen. Er übersetzte die Geschichten von arktischen Menschen, Tieren und wunderbaren Wesen aus dem Englischen. Zum Ende des 19. Jahrhunderts existierten bereits einige amerikanische Sammlungen, aus denen er schöpfen konnte. F. Boas hatte Märchen der Zentraleskimos im Annual Report of American Ethnology 1888 veröffentlicht sowie im Bulletin of the american Museum of natural history 1903. E. W. Nelson sammelte die Geschichten entlang der Beringstraße. Sie erschienen 1896/97 im Annual Report of American Ethnology. Dort fand Paul Sock auch die Sammlung von L. Turner mit Märchen aus der Hudsonbai von 1889/90. Obwohl die Gruppen der Inuit auf einem riesigen Gebiet in weiter Entfernung voneinander lebten, gab es eine erstaunliche Übereinstimmung in ihrer Lebensweise und ihrer Überlieferung. In den kurzen Polarsommern, in denen die Sonne nie untergeht, zogen die einzelnen Familien landeinwärts um zu jagen, zu fischen und zu sammeln. Im Winter trafen sie sich an den Küsten und bauten dort große Häuser, in denen die Familien gemeinsam wohnten. Auch im arktischen Winter, bei dem die Sonne drei Monate lang hinter dem Horizont verschwunden bleibt und nur die Nordlichter die Düsternis erhellen, machten die Inuit Jagd auf Seehunde, ihrer Hauptnahrungsquelle. Die Anfänge ihrer Kultur reichen 8.500 Jahre zurück. Über die Landbrücke der Beringstraße waren sie von Asien gekommen und lebten in kleinen Gemeinschaften als Jäger an den Küsten und im Landesinneren. Sie waren erfolgreich, sie lernten, Wale zu jagen, und konnten sich immer weiter nordwärts ausbreiten bis nach Alaska und Grönland. Schließlich besiedelten sie ein riesiges Gebiet. Sie lernten, ihre Lebensweise perfekt an die wechselnden klimatischen Bedingungen anzupassen. Einzelne Stämme waren unbekannt, Hierarchien gab es nicht. Es zählte die Familienzugehörigkeit. Die erfolgreichsten Jäger hatten ein gewichtiges Wort bei den Entscheidungen der Gruppen, doch nur so lange wie sie erfolgreich blieben. Die Schamanen waren häufig ebenfalls Jäger. Denn der Schamane hatte guten Kontakt zu den Naturkräften. Sein Wissen sicherte eine gute Jagd und damit das Überleben. Der gesamte Artikel findet sich in dem Buch "Eskimo Märchen" des Märchenkristall Verlages, das im Shop erhältlich ist.
|